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Die Redewendung „Mens sana in corpore sano“ (gesunder Geist in gesundem Körper) ist zwar nur ein verkürztes Zitat aus den fast 2000 Jahre alten Satiren des Dichters Juvenal, bringt es aber bis heute auf den Punkt. Körperliche und geistige Gesundheit sind zwei Seiten derselben Medaille. Stimmt etwas auf der einen Seite nicht, wird auch die andere Seite davon irgendwann in Mitleidenschaft gezogen.

Kein esoterischer Schnickschnack

Der Trend zu einem gesunden und leistungsfähigen Körper – Mens sana in corpore sano – scheint heute glücklicherweise unaufhaltsam. Das war leider nicht immer so. Über Jahrhunderte galt es sogar als unschicklich, sich mit Fragen der Körperlichkeit überhaupt zu befassen. Im Christentum gilt Eitelkeit als eine der Hauptsünden. Deutlich heraushören lässt sich das an dem abfälligen Begriff „Gefallsucht“, der ein veraltetes Synonym für Eitelkeit ist. Diese Einschätzung relativierte sich zwar später, aber eine wirkliche Wertschätzung erfuhr der Körper auch dann noch nicht. Es gab zwar schon vor der sogenannten Fitnesswelle bereits Bestrebungen, den Menschen gezielt zu kräftigen, aber mit einer völlig anderen Zielsetzung. Damals ging es vielmehr darum, den Körper abzuhärten und wehrtüchtig zu machen. Individuelle Faktoren spielten dabei nur eine untergeordnete Rolle.

Dann erschien das Fitnesstraining, wie wir es kennen. Doch noch immer zielen die meisten Bemühungen beim Training weitgehend auf die Entwicklung der Muskulatur, des Herzkreislaufsystems und eine Ökonomisierung der Stoffwechselfunktionen.

Dabei gibt es gerade im Kursbereich mehr als genug Angebote, auch einmal etwas dafür zu tun, die durch das Krafttraining provozierte zentralnervöse Belastung wieder herunterzufahren. Doch leider werden sie gerade von denen, die einen Ausgleich nach dem Auspowern gut gebrauchen könnten, viel zu selten genutzt. Dabei sind die meisten hier angebotenen Entspannungsverfahren längst von dem mystischen Überbau befreit, den sie in ihren Ursprungsländern, vor allem im asiatischen Raum, noch haben. In ihrer modernen Ausrichtung sind Yoga & Co. ganz sicher kein esoterischer Schnickschnack, sondern wirkungsvolle Methoden, um den ganz normalen Alltagsstress besser abbauen zu können.  Dass der auf lange Sicht zahlreiche Krankheiten provozieren kann, ist spätestens seit den Arbeiten von Hans Selye in den 1930er Jahren bekannt.

Body & Mind gehören beim Training zusammen

Doch auch Selye, der die Basis moderner Stressforschung legte, konnte viele Zusammenhänge mehr ahnen als erklären. Mangels entsprechender Möglichkeiten konnte man sich auch in der Öffentlichkeit dem Thema lange Zeit eher über philosophische Betrachtungen nähern. Dank moderner wissenschaftlicher Analysemethoden ist es mittlerweile kein Problem mehr, die enge Verflechtung von Körper und Geist zu messen. Body & Mind gehören beim Training zusammen.

Der positive Einfluss von Meditations- oder Atem- und Achtsamkeitsübungen ist so vielfältig, dass sie sogar bei Krankheitsbildern wie Depressionen zum Einsatz kommen. Ebenso vielfältig sind die Angebote, die zur Auswahl stehen und zu denen neben dem klassischen Yoga auch Tai-Chi, Qi-Gong, Autogenes Training, Musiktherapie oder die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen gehören. Besonders letztere eignet sich gerade für Skeptiker zum Einstieg. Im Gegensatz zu Meditationsverfahren oder Tai-Chi lässt sich die Progressive Muskelentspannung relativ leicht erlernen und zeigt rasch erste Erfolge. Das Programm basiert auf einem Wechsel zwischen An- und Entspannung. Einzelne Muskelgruppen werden der Reihe nach vom Kopf bis zum Fuß angespannt und nach etwa 5-7 Sekunden wieder lockergelassen. Die Entspannungsphase ist länger und kann 20-30 Sekunden dauern. Währenddessen kann versucht werden, die Entspannung immer stärker zu spüren.

In der Regel fängt man mit den Armen an und geht dann über die Gesichtsmuskeln zu den Muskeln des Rumpfes über. Im Gegensatz zu den komplexeren Entspannungsverfahren kann man die Progressive Muskelentspannung auch allein lernen. Um Yoga oder ähnliche Angeboten effektiv nutzen zu können, sollte man die Profis im Studio ansprechen.

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Bild: FNG/Shutterstock