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Dass Bewegung sich positiv auf den Gemütszustand auswirkt, weiß im Grunde jeder, der schonmal beim Training war. Endorphine und Serotonine, die beim und nach dem Training ausgeschüttet werden, sorgen für gute Laune. Doch wie wirkt sich regelmäßige Bewegung tatsächlich auf die mentale Gesundheit aus?

Der innere Schweinehund

Den inneren Schweinehund kennt wohl Jeder. Er hält uns gelegentlich davon ab, uns zu motivieren und zum Sport zu gehen. Diese Demotivation hängt allerdings zunächst nicht mit einer psychischen Erkrankung zusammen, sondern mit unserer Komfortzone. Hat man es aber zum Training geschafft, ist spätestens im Anschluss die positive Auswirkung auf die Gemütslage deutlich zu spüren und das unmittelbar. Zahlreiche Studien belegen mittlerweile, dass die körperliche Aktivität den Gemütszustand positiv und langfristig beeinflussen kann. So kam beispielsweise eine Studie des BMC Medicine (Link) zu dem Schluss, dass psychische Störungen und Belastungen durch regelmäßiges Ausdauer- und Krafttraining reduziert werden können.1

Sicherlich gibt es auch Sporttreibende, die keine große Überwindung brauchen, zum Sport zu gehen und vielleicht übermäßig viel trainieren. Doch vorsichtig ist geboten: Ein zu hohes Maß an intensivem Training kann die mentale Gesundheit verschlechtern. Der Körper benötigt zwischen den Trainingszeiten auch ausreichend Ruhezeiten, in denen man sich zum Ausgleich moderat bewegt oder Entspannungsübungen macht. Alles in Balance halten, lautet die Devise.

Vermehrte psychische Belastung durch die Pandemie

Einem Bericht der Universität Zürich zufolge sind psychische Belastungen durch die Corona Pandemie stark angestiegen.2 Ängste, Sorgen, aber auch Veränderungen, Einschränkungen und Einsamkeit während der Quarantäne wirken sich nach wie vor stark auf die mentale Gesundheit der gesamten Bevölkerung aus. Nicht zuletzt dürfte dazu auch die lange Schließung von Fitness- und Gesundheitseinrichtungen beigetragen haben. Dürfte die Motivation in den eigenen vier Wänden, Sport zu treiben, doch noch etwas geringer sein als im Fitnessstudio.

Besonders während dieser Zeit hätten einige Personengruppen den Gang zum Fitnesstraining dringend gebraucht, nicht nur, um das Immunsystem zu stärken und den Körper fit zu halten, sondern auch um Sorgen und Ängsten, die die Pandemie mit sich brachte, entgegenzuwirken. Wahrscheinlich wäre der Anstieg psychischer Belastungen und Erkrankungen in diesem Zeitraum milder ausgefallen.

Sportliche Aktivitäten statt Psychopharmaka

Doch es ist nicht zu spät. Die Studios sind wieder offen und regelmäßiges Training auch unter Aufsicht von erfahrenem Personal, ist wieder möglich.

Bewegung fördert nachweislich den Abbau des Stresshormons Cortisol, welches besonders für Stress und Depressionen verantwortlich ist.2 Ist der Spiegel dauerhaft erhöht, sorgt das für Unbehagen, aufgrund von fehlendem Antrieb, ausbleibender Freude, Konzentrationsschwäche, Schlafstörung, innerer Unruhe, erhöhtem Blutdruck und damit einhergehende Folgeerkrankungen. Oftmals sind diese Symptome bereits Teil psychischer Erkrankungen oder Depressionen, die wiederum schnell mit Psychopharmaka behandelt werden.

Mittlerweile liegen wissenschaftliche Erkenntnisse vor, dass regelmäßige sportliche Aktivität die gleiche Wirkung gegen psychische Erkrankungen erzielt, wie Pharmazeutika3 und das ganz ohne nachteilige Nebenwirkungen. Im Gegenteil: Sport bringt viele weitere gesundheitsfördernde Wirkungen mit sich, die ohnehin ein regelmäßiges Training unverzichtbar machen.

Mentale Gesundheit durch regelmäßige Bewegung

Mentale Gesundheit beginnt bereits bei der inneren Einstellung. Bin ich achtsam gegenüber mir selbst und meinem Körper und höre ich wirklich darauf, was ich brauche?

Gesundheit bedeutet also nicht nur einen fitten Körper mit funktionierendem Bewegungsapparat, Stoffwechsel und Organen zu haben, sondern sich auch psychisch wohl und ausgeglichen zu fühlen. Man sagt:

„Der Körper ist der Spiegel der Seele.“

…und genauso ist es. Körper und Geist existieren nicht unabhängig voneinander, sondern bilden eine Einheit. Hält man sich körperlich fit, wirkt sich das zum großen Teil auf die mentale Gesundheit aus. So kann eine Stunde intensive Bewegung in der Woche, den Gemütszustand spürbar verbessern. Empfehlenswert ist jedoch mindestens 30 Minuten am Tag.

Halten wir auch unseren Geist fit, räumen regelmäßig auf mit Altlasten und beschäftigen uns mit Dingen, die uns guttun und bereichern, vermeiden wir, seelische Belastungen buchstäblich mit uns herumzutragen und fördern ein ganzheitliches Wohlgefühl.

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Quellen:

  1.  BMC Medicine |(biomedcentral.com)
  2. Psyche und Sport in Zeiten von COVID-19 – Zurich Open Repository and Archive (uzh.ch)
  3. Exercise and Pharmacotherapy in the Treatment of Major Depressive Disorder (nih.gov)

Bild: FNG

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