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Es gibt Tage, an denen könnte man sich die Haare raufen. Überall da, wo es an gut ausgebildeten Trainerinnen und Trainern oder an Interesse mangelt, erlebt man oft kurioses auf der Trainingsfläche. Dabei werden immer wieder die gleichen Fehler gemacht.

Fehler können an jedem Gerät passieren

Es kann an jedem Gerät passieren, wenn bei der Ausführung auch nur der geringste Interpretationsspielraum bleibt. Da können an einer Wadenmaschine auch mal eine Art Hackenschmidt-Kniebeugen ausgeführt werden. Man muss nur genug Fantasie mitbringen, um jede Maschine zweckentfremden zu können. Wirklich ärgerlich werden diese Fehler auf der Trainingsfläche allerdings erst, wenn ein Trainer mehrmals am Geschehen vorbeiläuft, ohne das Mitglied freundlich auf das Missverständnis hinzuweisen. In so einem Moment wird die Bedeutung einer alten Volksweisheit deutlich: Am falschen Ende gespart…!

So etwas passiert gerne dann, wenn man davon ausgeht, an Trainingsmaschinen könne man nichts falsch machen, weil die schließlich den richtigen Bewegungsablauf vorgeben würden. Tatsächlich ist die Herausforderung auch nicht die Maschine, auch nicht der Fehler des Trainierenden, sondern das fehlende Einschreiten des Teams auf der Fläche. Dadurch entsteht so manches Kurioses auf der Trainingsfläche.

Zu viel Fantasie bei der Beantwortung der Frage, wofür ein Gerät wohl gut sein könnte, ist allerdings nur eine mögliche Fehlerquelle im Studio.  Weitaus häufiger kommt es vor, dass viele nicht in der Lage sind, gezielt Körperspannung aufzubauen. Die braucht man zwar beim Freihanteltraining auf jeden Fall, doch auch Maschinen nehmen einem diese Fähigkeit nicht komplett ab. Nur zu oft wird hier deutlich, dass immer mehr und leider auch immer jüngere Menschen den Umgang mit ihrem Körper nicht mehr spielerisch erlernt haben. Das geschieht normalerweise beim Toben in der Kindheit und nicht erst im fortgeschrittenen Alter. Wenn man gerade den Entschluss gefasst hat, in einem Studio etwas für die eigene Gesundheit und sein Wohlbefinden zu tun.

Kleines Einmaleins der Körperbeherrschung

Deshalb ist es so wichtig, diesen Mitgliedern erst einmal das kleine Einmaleins der Körperbeherrschung zu vermitteln, bevor es an spezifischere Aufgaben geht, um Fehler so von vornherein auszuschließen. Natürlich muss man Menschen, die bislang keine Beziehung zu einer wie auch immer gearteten sportlichen Betätigung hatten, auch nach der Einweisung im Auge behalte. So kann im Notfall immer wieder korrigiert oder eingegriffen werden.

Über die gesundheitliche Bedeutung eines gezielten Krafttrainings muss man heute nicht mehr diskutieren. Man sollte in jedem Alter Muskulatur aufbauen, aber richtig. Dies sicherzustellen, liegt in der Verantwortung des Teams. Dazu gehört auch das regelmäßige Erkunden nach der Befindlichkeit der Schützlinge. Treten z. B. während oder nach dem Training Schmerzen auf, die nichts mit der Belastung der Muskulatur zu tun haben? Neulinge können oft nicht unterscheiden, ob die Signale, die ihnen ihr Körper sendet, auf positive Anpassungsreaktionen oder Fehler bei der Ausführung bzw. der Wahl der Gewichte zurückzuführen sind. Dann sind Überlastungsschäden möglich und man erreicht genau das Gegenteil dessen, was man eigentlich angestrebt hatte.

Allerdings kommt es im Studioalltag ebenso häufig vor, dass gerade die Angst vor Überforderung dazu führt, die Belastung zu niedrig anzusetzen oder gar nicht erst zu versuchen, nach und nach die Wiederholungszahl oder die verwendeten Gewichte zu erhöhen. Auch hier ist das Team gefordert, unnötige Bedenken abzubauen und so den Weg für weitere Leistungssteigerungen zu bereiten.

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