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Wieviel Sinn machen Nahrungskonzentrate bzw. Proteine wirklich? Diese Frage taucht immer mal wieder auf, wenn man sich nach dem Training im Kreise Gleichgesinnter noch einen Shake oder seine BCAAs gönnt. Lange Zeit galt in den Kraftsportdisziplinen die Devise, je mehr Protein für den Muskelaufbau zur Verfügung steht, umso besser. Steaks und Eier dominierten den Ernährungsfahrplan. Wem das zu teuer war, musste sich alternativ mit Milch und Quark begnügen. Nicht etwa in appetitlichen Dessert-Portionen, sondern liter- und pfundweise.

Ständiges Auf und Ab mit dem Gewicht

Noch vor wenigen Jahrzehnten, als die moderne Sporternährung und Nahrungskonzentrate noch in den Kinderschuhen steckten, waren im Vergleich zu heute die Empfehlungen für eine optimale Proteinzufuhr beim zusätzlichen Aufbau von Muskulatur gut doppelt so hoch. Hält man sich einmal vor Augen, welche enormen Mengen dafür täglich über herkömmliche Nahrungsmittel zugeführt werden müssen, wird einem klar, warum es damals sogenannte Bulking-Phasen gab. Mit den Proteinen nahm man zwangsläufig auch große Mengen anderer Nährstoffe und Gesamtkalorien zu sich. Das führte in der Off-Season zu massivem Übergewicht. Natürlich mussten die überflüssigen Kilos im Anschluss an diese Aufbauphase mühsam regelrecht runtergehungert werden. Es war ein ständiges Auf und Ab mit dem Gewicht.

Die ersten Nahrungsergänzungsmittel waren folgerichtig Proteinkonzentrate. Es gab zwar auch damals bereits Vitamin-Supplemente, doch bis auf wenige Ausnahmen, z. B. Bierhefe, waren die noch weitgehend dem medizinischen Bereich vorbehalten, u.a. bei der in der Nachkriegszeit weit verbreiteten Rachitis.

Konzentriertes Eiweiß, wobei es sich damals oft um relativ minderwertige Ausschussware aus Molkereien handelte, machte vieles einfacher. Man konnte aus Zeitmangel ausgefallene Mahlzeiten durch einen Shake ersetzen, ohne Abstriche bei der Tageszufuhr machen zu müssen. Und die Gesamtenergiezufuhr konnte auch deutlich reduziert werden. Das kontinuierlich wachsende Angebot von Nahrungskonzentraten und Ergänzungsmitteln brachte Bewegung in das Essverhalten der Trainierenden. In den Studios etablierte sich die sogenannte „Eiweiß-Theke“, die sich rasch zu einem geselligen Anziehungspunkt entwickelte. Der zunehmend größeren Gruppe der Fitness-Mitglieder stand nicht der Sinn nach riesigen Fleisch- oder Quark-Rationen. Für sie wurde der Protein-Shake zu einer willkommenen Alternative. Noch dazu einer, die im Laufe der Zeit qualitativ immer besser und durch die vielfältigen Geschmacksrichtungen immer leckerer wurde. Verglichen damit waren die frühen Proteine Produkte sowohl vom Geschmack als auch von der Konsistenz her noch sehr gewöhnungsbedürftig.

Nahrungskonzentrate ergänzen Ernährungsdefizite

Mittlerweile ist die Vielfalt an Nahrungskonzentraten riesig. Es gibt kaum einen Nähr- oder Vitalstoff, den man nicht als Shake, Kapsel, Shot oder sogar als Nachtisch bekommt. Da stellt sich die Frage, wann macht welches Konzentrat Sinn? Die Antwort darauf ist einfach. Nährstoffkonzentrate machen immer dann Sinn, wenn sie Defizite der herkömmlichen Nahrung ausgleichen können. Die Gründe dafür sind vielfältig und individuell. Wer beruflich einen großen Teil des Tages im Auto verbringt, deckt seinen Bedarf unterwegs mit vorbereiteten Protein-Shakes besser als mit Snacks von der Tankstelle. Die meisten Menschen haben sicher Phasen im Verlauf des Tages, wo es schwerfällt, den wünschenswerten Essens-Rhythmus einzuhalten. Wer sich mit Obst und Gemüse schwertut, läuft ebenfalls Gefahr, Defizite bei Vitaminen und Mineralstoffen anzusammeln. Wer keinen Fisch mag, verzichtet auf gute, natürliche Proteine-, Jod- und Omega-3-Quellen.

Entsprechende Nährstoffkonzentrate können Mängeln vorbeugen. Sie dienen also nicht dem Zweck, die herkömmliche Ernährung zu ersetzen, sondern sinnvoll zu ergänzen, um eventuellen Defiziten vorzubeugen und die Gesamtenergiezufuhr auch in Phasen der Gewichtszunahme nicht aus dem Ruder laufen zu lassen. Das sollte auf Grundlage einer individuellen Planung erfolgen. Eine qualifizierte Betreuung im Sportstudio umfasst daher auch gezielte Empfehlungen für eine passende Ernährungsstrategie und den sinnvollen Einsatz von Nährstoffkonzentraten. Falls Sie sich noch weiter zu diesem Thema informieren wollen, bietet der DFAV e.V. Online-Workshops zu verschiedenen Themen an von Ernährungsplanung, Ernährungsmythen bis hin zum veganen Kochen.

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