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Man sieht es nicht, aber sein Ruf ist alles andere als gut. Viszerales Fett gilt als potenzieller Krankmacher. Dabei ist diese besondere Form des Körperfetts erst in den letzten Jahren zum Gesprächsstoff geworden. Bis dahin galt die öffentliche Aufmerksamkeit vor allem dem subkutanen Fett. Die mehr oder weniger stark ausgeprägten Fettpolster zwischen Muskulatur und Haut haben schließlich einen weitaus größeren Einfluss auf das Aussehen. Entsprechend groß ist der Wunsch, diese Fettschicht wieder loszuwerden.

Nicht generell schlecht

Die Möglichkeiten durch Sport und eine Reduzierung der Energiezufuhr dieses Ziel zu erreichen, sind hinlänglich bekannt und bewährt. Das Ergebnis ist im Spiegel und an der Kleidergröße zu sehen. Beim viszeralen Fett ist das etwas anders. Es umgibt vor allem im Bauchraum die inneren Organe, um diese zu schützen. Viszerales Fett ist also nicht generell schlecht, sondern hat durchaus wichtige Funktionen im Organismus. Gesundheitlich problematisch wird es erst, wenn der Körper zu viel davon speichert. Das gilt zwar auch für das Unterhautfett, allerdings weit mehr noch für das viszerale Fett. Der Grund dafür ist die höhere Stoffwechselaktivität des viszeralen Fettes. Es kommuniziert über Botenstoffe mit anderen Organen. Zu viel viszerales Bauchfett kann u.a. die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ II begünstigen. Da man es nur über bildgebende Verfahren sichtbar machen kann, können sogar vergleichsweise schlanke Menschen davon betroffen sein. In den USA hat sich dafür der Begriff „skinny fat“ eingebürgert.

Um überhaupt ohne technische Unterstützung einschätzen zu können, ab wann man sich einem kritischen Punkt nähert, hat die Wissenschaft zwei Zahlen ins Spiel gebracht, mit denen man sich auch zu Hause behelfen kann. Für Männer gilt ein Bauchumfang von mehr als 94 cm als Einstieg in die Risikozone, bei Frauen sind es 80 cm.

Natürlich muss man nicht sofort in Panik verfallen, wenn sich das Maßband auf 95 bzw. 81 cm dehnt. Aber man sollte die Entwicklung im Auge behalten, denn die gemessenen Werte sind ja meist nur Durchgangsstationen, die im Lauf der Jahre schnell Zuwachs bekommen.

Was tun gegen viszerales Fett?

Es gibt einige individuelle Faktoren, die die Einlagerung von intraabdominalem Fett begünstigen. Dazu gehören neben einer genetischen Prädisposition auch ungünstige soziale Umstände. Häufig ist es jedoch der gewählte Lebensstil, der den Weg bereitet. Dementsprechend sollte man hier frühzeitig ansetzen. Natürlich ist eine bedarfsangepasste Ernährung und im Falle von Übergewicht auch eine leicht darunter liegende Energieversorgung ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wie sich die einzelnen Ernährungsmaßnahmen auf das viszerale Körperfett auswirken, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt. Erst kürzlich wurden die Ergebnisse einer australischen Studie zum intermittierenden Fasten bei Mäusen bekannt, die den Schluss nahelegen, dass sich deren Fettgewebe an das Fasten anpasste. Vor allem das viszerale Fett entwickelte eine Resistenz.  Die Gründe dafür sind nicht ganz klar, aber zumindest ein Hinweis darauf, dass sich das Fett sich auf diese Weise zu schützen versucht. Neben Eingriffen in die Ernährung, die nicht zu drastisch ausfallen, sollte man daher stets eine Steigerung des Energieverbrauchs durch sportliche Aktivitäten in den Fokus seiner Bemühungen rücken.

Dabei scheint es nicht so sehr darauf anzukommen, ob man sich für lange Ausdauereinheiten mit niedriger Intensität, ein klassisches Fitnesstraining oder hochintensives HIIT-Training entscheidet. Viel wichtiger ist die Regelmäßigkeit, mit der man am Ball bleibt. Und die lässt sich vorzugsweise erreichen, wenn man sein Training so aufbaut, dass es einem Spaß macht und gut in den restlichen Tagesablauf einbinden lässt.

Bild: Pexels, Artem Podrez, 4728884

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