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Die Altersklassenrekorde sprechen eine deutliche Sprache. Schon seit Jahrzehnten werden die Sportschuhe nicht mehr – wie lange Zeit üblich – spätestens mit 30 an den berühmten Nagel gehängt. Immer mehr Menschen ignorieren den Zahn der Zeit und gehen auch in fortgeschrittenem Alter noch
regelmäßig an ihre Leistungsgrenze. Noch vor wenigen Jahrzehnten bestand unter Sportmedizinern Konsens, dass ein Schnellkrafttraining in fortgeschrittenem Alter unbedingt vermieden werden sollte. Zum Glück haben Menschen wie Ruth Frith lieber auf ihr eigenes Bauchgefühl gehört. Als die
rüstige Dame zu ihrem letzten offiziellen 100-m-Rennen antrat, hatte sie mehr als 100 Jahre auf dem bei ihr lediglich sprichwörtlichen Buckel. Zu ihren weiteren Hobbys zählten Kugelstoßen, Diskuswerfen und der Speerwurf. Allesamt Disziplinen, um die man in Ruth` Alter eigentlich einen Bogen hätte machen müssen.

Oft bereits chronische Wehwehchen

Nicht weniger spektakulär ist die Leistung, die William Wren 2013 beim IRONMAN auf Hawaii in der Altersklasse 65-69 Jahre ablieferte. Nach 10:44:31 h überquerte der US-Amerikaner die Ziellinie. Damit führt er bis heute die Rekordliste in dieser Altersgruppe an. Eine Fabelzeit, obwohl Wren im
Vergleich zu der Australierin Frith noch ein Jüngling war, befand auch er sich zum Zeitpunkt des Wettkampfs bereits im Rentenalter.
Doch sind die beiden beispielhaft für die Anforderungen, die man in diesem Alter noch an den Organismus stellen kann? Sicher nicht. Zum einen waren beide ihr Leben lang sportlich aktiv, ihr Körper also an die hohe Belastung gewöhnt. Zum anderen spielen natürlich auch der Lifestyle und die genetische Ausstattung eine wichtige Rolle. Nicht jeder erreicht das 105. Lebensjahr wie Ruth Frith oder verfügt über die Voraussetzungen, die man abgesehen vom Training für Spitzenleistungen im Ausdauerbereich benötigt. Gar nicht zu reden von den oft bereits chronischen Wehwehchen, die sich in der zweiten Lebenshälfte mit jedem neuen Lebensjahr bemerkbar machen.

Gezielt dosieren

Doch zwischen Couch-Potato und Leistungssportler liegen ganze Welten. Hier ist reichlich Platz für Menschen, denen der Spaß an der sportlichen Bewegung wichtiger ist als der sportliche Lorbeer. Zwar sollte man sich auch hier regelmäßig kleinere Ziele setzen, aber mehr um der Motivation willen als um Rekorde zu knacken. Diese Menschen finden sich in immer größerer Zahl in den Fitness- und Gesundheitsstudios. Der große Vorteil dieser Einrichtungen besteht darin, dass hier mit kompetenter Betreuung die optimale Belastung ganz gezielt an die aktuelle Belastungsverträglichkeit und eventuell bestehende Vorerkrankungen, wie eine Gelenkarthrose angepasst werden kann.

Gerade bei Gelenk- und Rückenbeschwerden ist es sinnvoll, die umgebenden Strukturen gezielt zu kräftigen. Im Zweifelsfall kann die Rücksprache mit einem behandelnden Arzt Aufschluss darüber ergeben, an welcher Stelle beim Training Schwerpunkte gesetzt werden sollten oder wo die Belastung zurückgefahren oder sogar ganz unterbleiben sollte. An modernen Trainingszirkeln lässt sich das Abenteuer „Muskeltraining 60+“ nicht nur durch eine intelligente Nutzerführung komfortabel, sondern auch gemeinsam mit Gleichgesinnten angehen. Wenn man noch keine richtige Beziehung zu seiner neuen sportlichen Aktivität aufgebaut und keinen festen Trainingspartner gefunden hat, muss man sich hin und wieder nicht nur zum Gang ins Studio, sondern dort auch zum nötigen Einsatz zwingen.

Trainingsgemeinschaften

Diese Hürde lässt sich in der Gruppe viel leichter nehmen. Und an den verschiedenen Stationen eines Trainingszirkels ist immer etwas los. Hier trifft man zu bestimmten Zeiten immer wieder auf die gleichen Gesichter. Schnell entwickeln sich hier kleine Trainingsgemeinschaften, die sich Gang durch die einzelnen Stationen auch mal gegenseitig ein wenig motivieren können. Man zieht sich gegenseitig mit und lenkt sich von der Anstrengung ab, die man sich gerade freiwillig auferlegt hat. Das ist einer der Hauptgründe, warum ein Training zu Hause fast immer zum Scheitern verurteilt ist. Es gibt einfach zu viel Ablenkung und zu viele Gründe, die dem Training im Weg stehen.


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