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Erstversorgung im Fall der Fälle  

Im Vergleich zu den meisten anderen sportlichen Betätigungen gehört Fitnesstraining zu den gesündesten und sichersten Aktivitäten. Das gilt für alle Altersgruppen. Völlig gefeit vor einer Verletzung wie einem Muskelfaserriss ist allerdings niemand. Eine zu heftige Dehnung bei einem Mangel an Flexibilität, unzureichender Aufwärmphase und der Muskel kapituliert. Auch bei dem Versuch, die letzte Wiederholung trotz fortgeschrittener Ermüdung doch noch irgendwie zu schaffen, kann der Muskel aufgeben. Dann ist schnelle und kompetente Hilfe gefragt.  

Keine unnötige Aufregung 

Kleinere Faserrisse haben noch keine großen Auswirkungen. Es kommt weder zu Einschränkungen der Kraft noch der Beweglichkeit. Oft ist allerdings ein ganzes Faserbündel betroffen. Das kann ausgesprochen schmerzhaft sein und mit Einblutungen in das umliegende Gewebe einhergehen kann. Das sieht schlimmer aus als es ist, aber es kann wichtig sein, das Mitglied erst einmal zu beruhigen. Anschließend geht es an die Erstversorgung. Wichtig ist, den betroffenen Muskel ruhig zu stellen, hochzulagern und dann mit einem Kühlpack längere Zeit zu kühlen. Falls ein Kompressionsverband greifbar ist, kann auch der angelegt werden. Er ersetzt allerdings nicht die Kühlung. Damit sind die wichtigsten Maßnahmen für ein schnelles Abklingen der Beschwerden bereits getroffen.

Danach können die medizinischen Profis übernehmen. Nach etwa drei Tagen kann mit physiotherapeutischen Anwendungen, z. B. Wärme- und Ultraschallbehandlungen, die nächste Stufe des Heilungsprozesses eingeleitet werden. Alles Weitere setzt vor allem Geduld voraus. Bis die Beschwerden komplett abgeklungen sind, können bis zu sechs Wochen vergehen. Bei besonders hartnäckigen Fällen dauert das Abklingen sogar bis zu 12 Wochen. Intensives Training verbietet sich in dieser Phase von allein. Gegen ein leichtes Training mit einem sachgerecht angelegten Tapeverband ist allerdings nach dem vollständigen Abklingen der Schwellung nichts einzuwenden. 

Abgrenzung zur Zerrung und zum Muskelriss 

Auch Laien können anhand einiger prägnanter Merkmale erkennen, dass es sich um einen Faserriss und nicht um die leichtere Zerrung oder einen schwerwiegenderen Muskelriss handelt. Bei einer Zerrung schwillt das betroffene Gewebe erst unter Belastung langsam an. Entsprechend länger dauert es bis zur Schmerzwahrnehmung. Der Muskelriss betrifft immer zahlreiche Faserbündel und kann sogar den kompletten Muskelquerschnitt erfassen. Da die Verletzung großflächiger ist als der Faserriss, kann es zu einem umgehenden Kraftverlust oder Bewegungseinschränkungen kommen.

Im Moment der Verletzung ist der Eigenschutzreflex des Muskels, der ihn normalerweise vor einer Überdehnung schützt, außer Kraft gesetzt. Die Elastizitätsgrenze funktioniert nicht mehr. Die Erstversorgung durch das Team ist zwar identisch mit dem Faserriss, aber die weitere Versorgung gehört in ärztliche Hände. Massive Risse haben häufig Auswirkungen auf die spätere Leistungsfähigkeit des Muskels, da sich bei großflächigen Verletzungen die Form dauerhaft verändern kann. Im Hochleistungssport werden sie daher in der Regel operativ versorgt. Bei Freizeitsportlern verzichtet man meist darauf.  

PECH-Regel zur Erstversorgung bei leichteren Verletzungen

Generell gilt bei der Erstversorgung leichter Sportverletzungen nach wie vor die PECH-Regel.  

P = Pause 
Das Training wird sofort abgebrochen und das betroffene Körperteil ruhiggestellt.  

E = Eis 
Den verletzten Bereich kühlen, damit sich die Blutgefäße zusammenziehen und Blutungen und Schwellungen rascher abklingen sowie zur Schmerzreduktion. Dabei gilt: Kühlpack oder Eiswürfel nie direkt auf die Haut legen, sondern ein Tuch dazwischen legen. 

C = Compression  / Kompression
Bei Schwellungen nach Möglichkeit einen Druckverband anlegen. 

H = Hochlagern 
Zur  schnelleren Abschwellung und zur Reduzierung der Blutzufuhr wird das betroffene Körperteil hochgelagert.  

Bild: Ryan Snaadt auf Unsplash

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