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„Vielleicht ist es manchmal besser, alles mit einem Lächeln loszulassen, anstatt mit Tränen festzuhalten.“
Neue oder gezieltere Wege gehen steht heute im Fokus meiner Kolumne. Ich habe mir die Zahlen im RVP Rehasport Netzwerk der Jahre 2019, 2020 und 2021 einmal näher betrachtet und bin zu folgenden Erkenntnissen gekommen, die ich anschließend bei diversen Besuchen vor Ort bei unseren Standortpartnern auch bestätigt bekommen habe.

Zuerst einmal möchte ich die Entwicklung der Ausgaben im Reha- und Gesundheitssport seitens der Kostenträger einmal darstellen. Daraus wird deutlich wie „gering“ der Anteil für Rehasport im Vergleich zu den gesamten Ausgaben der GKV sind und welche Überzeugung, es noch Bedarf aus der wertvollsten Medizin, dem Muskeltraining eine anerkannte Position im Gesundheitswesen zu machen.

Tabelle: Ausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung Rehabilitationssport, Physiotherapie & Gesamtleistungen Reha- und Gesundheitssport
Reha- und Gesundheitssport: Ausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung

Darüber hinaus wird auch deutlich, dass die Aufwendungen nicht nur in 2020, sondern noch einmal sehr deutlich in 2021 eingebrochen sind. Das lag zum einen am Lockdown und den Bedenken der Teilnehmer, zum anderen aber auch an der Passivität vieler Anbieter und an den Bedenken einiger Verantwortlicher in Gremien und Verbänden.
Anhand der Zahlen und Hochrechnung kann man aber auch erkennen, dass das Potenzial im Reha- u. Gesundheitssport noch enorm groß ist.

Balkendiagramm mit GKV Ausgaben Rehabilitationssport in den Quartalen 2016 - 2021 Reha- und Gesundheitssport
GKV | Ausgaben Rehabilitationssport | 2016 – 2021

Im RVP Netzwerk habe ich anhand des Referenzjahres 2019 einmal die beiden wichtigsten Größen, die Anzahl der Verordnungen und die Anzahl von Teilnahmen im Rehasport von November 2019 und 2021 einmal gegenübergestellt. Und zwar einmal die Durchschnittszahl von den Top-Standorten, vom gesamten RVP Netzwerk und vom Referenzstandort Düsseldorf. Hierbei sind folgende Entwicklungen ganz deutlich zu erkennen.

  1. Die Top-Standorte sowie der Referenzstandort Düsseldorf haben ein deutlich besseres Ergebnis als das restliche Netzwerk. Das liegt zum einen daran, dass diese Standorte auch in der Lockdownzeit und vor allem danach nie die Kommunikation aufgegeben haben. Sie haben den Teilnehmern, sowie den Behörden die Hygienekonzepte erklärt, die Einsortierung des med. verordneten Rehasport diskutiert und um die Notwendigkeit der Durchführung für die Patienten gekämpft. Dass der Rehasport mit großer Verantwortung und Weitsicht angeboten wurde, muss hier nicht näher erwähnt werden, sowie es der erste Gesundheitsmarkt auch getan hat. Alles in allem waren es diese 7 % aller Standorte die „erfolgreich“ aus dem zweiten Lockdown gekommen sind und heute weit vorne in Sachen Image und Vertrauensvorsprung in Sachen Reha- und Gesundheitssport bei Ihren Kunden sind.
  2. Ein weiterer wichtiger Effekt ist, dass trotz verlorener Kunden die Teilnahmequote stabil und sogar gesteigert werden konnte. Das bedeutet, dass diejenigen Teilnehmer, die sich bewusst für das Training entschieden haben, auch regelmäßiger gekommen sind.
  3. Und das gilt auch für die Zuzahlerquote. Diese lässt sich für mich nur anhand der Zahlen im Referenzstandort Düsseldorf ablesen. Hier konnten die Zusatz-Abos deutlich gesteigert werden.
Tabelle: RehaVitalisPlus Benchmark November 2019 zu 2021 Reha- und Gesundheitssport
Benchmark November 2019 zu 2021

Im Folgenden habe ich einmal die Zahlen der drei Jahre vom Vitalis, Therapie & Gesundheitszentrum gegenüber gestellt. Hier ist zu sehen, dass im Jahr 2020 sogar fast überall noch Zuwächse gegenüber 2019 erarbeitet werden konnten und erst im Jahr 2021 ein Rückgang bis auf die Zusatz-Abos zu verzeichnen waren.

Entwicklung Vitalis Therapie- und Gesundheitszentrum 2019 - 2021 Reha- und Gesundheitssport
Entwicklung Vitalis Therapie- und Gesundheitszentrum 2019 – 2021

Erfolg im Reha- und Gesundheitssport fängt im Kopf und bei der Gesinnung an. Wenn ich im Bereich der Verordnungen und den sozialen Rechtsanspruchsleistungen mit spielen will, muss ich mich auch an die Spielregeln halten. Das bedeutet zuallererst sich an die gesetzlichen Bestimmungen halten und sich dann auf die Zielgruppe einstellen und aus deren Brille schauen, daran Freude finden diesen Menschen helfen zu können und Dienstleistungen anzubieten, die primär zum Ziel führen und dann auch Spaß machen sollen und eine gewisse Flexibilität beinhalten. Ohne Konzepte, feste Strukturen, Ablaufpläne, sowie terminierte und fachliche Betreuung geht es nicht. Und deshalb wird es in Zukunft weitere Diversifikationen in unserer Branche geben, neue Konzepte sich breit machen oder perfekt zugeschnittene Boutique Studios auch für den Bereich Gesundheitssport entwickeln.

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