Interview mit Paul Underberg zum INLINE-Kongress

Paul Underberg zählt zu den prägenden Unternehmerpersönlichkeiten der deutschsprachigen Fitness- und Gesundheitsbranche. Mit dem INLINE-Kongress hat er über viele Jahre ein Veranstaltungsformat etabliert, das weit über klassische Fachkongresse hinausging und als inhaltlicher wie emotionaler Taktgeber der Branche galt. Anfang 2025 wurde ihm die Marke INLINE erneut übertragen. Der Neustart eines Kongresses, der bewusst Impulse setzen, Orientierung geben und Zukunft greifbar machen will. Im Gespräch mit FNG spricht Paul Underberg über Motivation, Verantwortung, Longevity, KI und die Frage, warum gerade jetzt der richtige Zeitpunkt ist.

FNG: „Was war der ausschlaggebende Moment, an dem für Sie klar wurde, dass der INLINE-Kongress zurückkommen muss?“

Paul Underberg: „So leicht gezündet hat es zum ersten Mal, als mir die starke Marke, INLINE Anfang 2025 wieder über meinen Freund und Anwalt Hans Geisler übertragen wurde. Außerdem ist der Wunsch entstanden, dem ganzen Markt noch mal einen Impuls zu geben, bzw. auch was zurückzugeben, was Wachstum, Zuspruch und Reputation auslöst. Und zwar ohne ein Geschäftsmodell dahinter. Außerdem bin ich der Meinung, dass gerade in diesen Zeiten multipler Krisen, positive Botschaften, Lösungen und Perspektiven aufhellend sind und die Stimme deren, die was leisten, darf nicht leiser werden.“


FNG: „Der INLINE-Kongress galt über Jahre als das Branchen-Leitevent. Was hat ihm damals diese besondere Strahlkraft verliehen, und warum ist genau jetzt wieder der richtige Zeitpunkt?“

Paul Underberg: „Die Strahlkraft, der gute Ruf, das positive Meinungsbild ist ja über einen ganz langen Zeitraum, durch die Begeisterung der Teilnehmer entstanden. Zu Zeiten, in denen alles schneller, digitaler und fragiler wird, ist so ein starkes und richtungsweisendes analoges Treffen, bei dem alles greifbarer wird – auch das scheinbar Unmögliche, das sonst Unverständliche und vielleicht sogar das Unwirkliche in Bezug auf KI – bedeutsam und hilfreich. Zukunft ist dann nicht mehr so abstrakt, sondern nah und anfassbar.“


FNG: „Sie haben die Fitness- und Gesundheitsbranche über Jahrzehnte mitgeprägt. Wo sehen Sie heute die größten Herausforderungen, die ein Kongress wie dieser adressieren muss?“

 
Paul Underberg: „In einer komplexen Welt und verrückten Zeit, geht es darum, Dinge einfach zu machen, verständlich und nachvollziehbar. Unternehmen müssen für das, was sie können, erkannt werden.
Die Fitnessbranche verkauft sich noch unter Wert, dabei hat sie mit dem Muskeltraining einen inneliegenden Kern sozusagen, mit dem man eine Welt erobern kann; Menschen bleiben damit länger gesund und jung.“


FNG: „Longevity ist eines der Leitthemen 2026. Was bedeutet gesunde Langlebigkeit für Sie persönlich und was davon ist realistisch im Studioalltag umsetzbar?“

Paul Underberg: „Die Muskulatur ist das LONGEVITY-Organ!“ Punkt. Die trainiert man am besten bei uns! Das gilt auch für mich.
Wer das für sich versteht und es seinem regionalen Markt verständlich machen kann, gewinnt! Genau das wird durch alle Schichten (Endkunden, Arbeitgeber, Mitglieder, Mitarbeiter…) und Abteilungen auf dem Kongress in Komposition vermittelt. „


FNG: „Künstliche Intelligenz wird heute oft als Heilsversprechen kommuniziert. Wo sehen Sie echten Nutzen für Studios?“

Paul Underberg: „Mir ist es zunächst schwergefallen, sich dieser unglaublichen Dynamik und schwer nachvollziehbaren Entwicklung und Technik in vielen Bereichen zu stellen und das anzunehmen. Wenn aber ein KI-Assistent besser telefonieren kann als wir selber, ein AI besser und schneller schriftlich antwortet, als ich es kann, das Trainingsprogramm für unsere Kunden durch KI-Coache besser wird, die Mitgliederverwaltung sich automatisiert, die Werbung mehr Response bringt. – dann ist ggf. unsere Pflicht und Verantwortung das zu tun.“


FNG: „Was unterscheidet den INLINE-Kongress von klassischen Fachkongressen oder reinen Vertriebsveranstaltungen?“

Paul Underberg: „Ich kann und will den INLINE-Kongress nicht mit anderen Veranstaltungen vergleichen, auch weil ich sie nicht kenne. Aber ich glaube, dass die wesentliche Erfolgs-DNA des INLINE-Kongresse ist, dass er von Studiobesitzern gemacht wird!

Ja, ich bin seit über 40 Jahren Studiobetreiber und war immer einer von ihnen, von Unternehmerinnen und Unternehmern- sowohl als Franchisegeber und auch als Unternehmensberater. Und es gab in der ganzen Zeit sehr wenige Tage, an denen ich mir keine Gedanken mit meinen Teams darüber gemacht habe, WIE BEKOMME ICH MEHR MITGLIDER UND WIE HALTE ICH DIE MÖGLICHST LANG!

Zu INLINE-Zeiten galten immer die Prinzipien: wenn wir andere erfolgreich machen wollen, müssen wir es auch selber sein. Das kam an und schafft Vertrauen. LONGEVITY bietet uns nun wie nie zuvor erfolgreiche, probate Konzepte skalierbar zu machen.“


FNG: „Welche Rolle spielt für Sie die Zusammenarbeit mit Partnern wie INJOY Quality und EGYM bei diesem Neustart?“

Paul Underberg: „Meine Partner und Mitveranstalter, die ich seit Jahrzehnten kenne und sehr schätze, ticken ja ähnlich und sind ebenso erfolgreich. Auch mit ihren Unternehmen. Eine Synergie und Kooperation in der Form bringt einfach mehr Power und bessere Ergebnisse. Ich persönlich habe zudem auch das Backoffice, die Infrastruktur und all die Mitarbeiter, die man benötigt, um so eine große Veranstaltung durchzuziehen nicht mehr und will es danach auch nicht aufbauen, damit ist auch der Verdacht zugleich ausgeräumt, ob ich nochmal eine Consulting-Company o.ä. machen werde. Underberg lacht.“


FNG: „Der Kongress setzt auch ein gesellschaftliches Signal. Welche Verantwortung trägt die Fitnessbranche dabei?“

Paul: „Genau wie ein einzelnes Unternehmen für das, was es kann und leistet, erkannt werden muss, muss auch die Fitnessbranche noch viel besser erkannt werden. In der Gesellschaft, in der Politik, bei den Kostenträgern sowie in Unternehmen, die wiederum ihre Mitarbeiter länger gesünder haben wollen.

Muskeltraining ist Prävention in bester Form und hilft nachweislich dabei später weniger Reparatur stecken zu müssen. Was für eine Steilvorlage und eine Riesenchance, wenn wir nur etwas einheitlicher in der Außenwirkung wären.

Dass aber nun die über 90-Jährigen in allen Fitnessanlagen ab dem INLINE-Kongress zum 1. Juli 2026 medienwirksam zu Ehrenmitgliedern erklärt werden, kann ein nächster großer Schritt sein. Dabei geht es ja nicht darum, die 90-Jährigen ins Studio zu holen, sondern die über 50-Jährigen, die erst noch über 90 Jahre alt werden wollen. Das wurde mir direkt und unmittelbar aus dem Bundesministerium für Gesundheit bestätigt.“

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