Läuferleiden im Fokus des FIBO Forum Therapy & Training

Das FIBO Forum Therapy & Training in Halle 8 gehörte auch in diesem Jahr zu den fachlich relevanten Treffpunkten für Physiotherapeuten, Trainer und Gesundheitsexperten. Im Mittelpunkt standen praxisnahe Vorträge, Impulse aus Therapie und Training sowie der Austausch über aktuelle Entwicklungen im modernen Fitness- und Gesundheitsmarkt.

Unterschätztes Phänomen

Ein Thema, das dabei besonders deutlich zeigte, wie eng Training und Therapie inzwischen miteinander verbunden sind, war der Vortrag des Bonner Physiotherapeuten Sergej Borkenhagen. Unter dem Titel „Perspektive für Läuferleiden – Ein Set Up als Basis für Prävention & Therapie“ widmete er sich einem Problem, das in der Fitnesspraxis häufig unterschätzt wird, den Beschwerden und Verletzungen beim Laufen.
Laufen gilt als eine der zugänglichsten Bewegungsformen überhaupt. Es benötigt wenig Ausrüstung, lässt sich flexibel in den Alltag integrieren und wird häufig als gesundheitsfördernder Einstieg in regelmäßige Bewegung genutzt. Gleichzeitig birgt genau diese Niedrigschwelligkeit ein Risiko. Viele Läufer steigern Umfang oder Intensität schneller, als sich Sehnen, Bänder, Gelenke und andere passive Strukturen anpassen können.
Sergej Borkenhagen stellte in seinem Vortrag heraus, dass ein großer Teil der Laufverletzungen auf Überlastungsprobleme zurückzuführen ist. Besonders betroffen sind häufig Strukturen am oder unterhalb des Knies wie die Knie, das Sprunggelenk, Fuß, Wade und Achillessehne. Damit rückte er einen zentralen Punkt in den Vordergrund, der auch für Fitnessstudios, Personal Trainer und Gesundheitseinrichtungen von hoher Relevanz ist. Beschwerden entstehen selten plötzlich, sondern häufig durch eine längerfristige Fehlsteuerung von Belastung, Regeneration und individueller Belastbarkeit.

Trainer und Physiotherapeuten sollten Hand in Hand arbeiten

Für die Fitnessbranche ergibt sich daraus eine klare Konsequenz. Lauftraining darf nicht nur über Motivation, Kalorienverbrauch oder Ausdauersteigerung betrachtet werden. Entscheidend ist ein sinnvolles Set-up aus Belastungssteuerung, Technikbeobachtung, ergänzendem Krafttraining, Mobilitätsarbeit und rechtzeitiger therapeutischer Einordnung. Gerade bei wiederkehrenden Beschwerden reicht es nicht aus, Training lediglich zu reduzieren oder komplett zu pausieren. Vielmehr braucht es ein strukturiertes Vorgehen, das Ursachen, Belastungsmuster und individuelle Voraussetzungen berücksichtigt.
Der Vortrag machte zudem deutlich, dass Prävention und Therapie im modernen Fitnessmarkt immer stärker zusammengedacht werden müssen. Wer Menschen langfristig in Bewegung bringen will, muss auch wissen, wo typische Problemzonen entstehen und wie ihnen frühzeitig begegnet werden kann. Das betrifft nicht nur ambitionierte Läufer, sondern ebenso Freizeitsportler, Wiedereinsteiger und Mitglieder, die Lauftraining als Ergänzung zum Studiotraining nutzen. Hierbei sind auch die Trainer gefordert, die in der Regel, den Erstkontakt zu den Fitnesssportlern haben. Eine fundierte Ausbildung, wie sie der DFAV e. V. anbietet, ist dabei unerlässlich.
Das Forum Therapy & Training dazu einen wichtigen fachlichen Impuls. Physiotherapie ist längst nicht mehr nur Reparaturbetrieb nach einer Verletzung. Sie wird zunehmend Teil eines ganzheitlichen Gesundheits- und Trainingsverständnisses. Für Fitnessanbieter, Trainer und Therapeuten eröffnet sich hier ein gemeinsames Feld, in dem Prävention, Leistungsfähigkeit und nachhaltige Gesundheit zusammengeführt werden können.
Fitness News Germany wird dieses Thema künftig gemeinsam mit Sergej Borkenhagen aufgreifen. Neben Läuferleiden sollen dabei auch weitere verletzungsanfällige Problemzonen im Fitnesssport beleuchtet werden. Ziel ist es, praxisnah zu zeigen, wie Beschwerden entstehen, wie man ihnen sinnvoll vorbeugt und welche Rolle qualifizierte Therapie im Zusammenspiel mit Training spielen kann.

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