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Regelmäßige Bewegung hat zahlreiche positive Auswirkungen auf die Gesundheit des Herzens und kann der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Wie jeder Muskel braucht auch das Herz Training und Bewegung, um die „Pumpe“ unseres Körpers fit zu halten und einem altersbedingten Herzmuskelschwund vorzubeugen.

Verbesserte systolische und diastolische Funktion

Während des Trainings unterliegt das Herz einer gewissen morphologischen Größenanpassung, die auf die Erhaltung und Verbesserung der kontraktilen Funktion des Herzens ausgerichtet ist1. Das bedeutet, dass die Muskeln, aus denen die Herzwand besteht, dicker werden, um stärker und mit höherer Leistung kontrahieren zu können. Im Gegensatz dazu sind Herzmuskelschwund und Herzinsuffizienz in der Regel durch einen Verlust der kontraktilen Funktion gekennzeichnet. Außerdem wurde experimentell nachgewiesen, dass Bewegung auch die funktionelle Anpassung des Herzens fördert. Klinische Studien haben gezeigt, dass trainierte Personen eine verbesserte systolische und diastolische Funktion haben, was das Risiko von Herzrhythmusstörungen verringert.

Gleichgewicht zwischen diesen beiden Cholesterinarten

Neben der direkten Wirkung auf den Herzmuskel selbst verringert regelmäßiges Training das Risiko der Entwicklung von Atherosklerose. Der pathologische Mechanismus der Atherosklerose ist komplex und umfasst mehrere Faktoren. Dabei soll es in der Folge zur Schädigungen des Endothels mit Einlagerungen von Liporoteinen niedriger Dichte (LDL) kommen. Das führt zunächst zu Entzündungsreaktionen und dann zur Bildung sogenannter fetthaltiger Plaques 2. Die LDL-Moleküle sind Kapseln, die dazu dienen, Cholesterin und andere Fettmoleküle durch das Blut zu transportieren.

Es gibt zwei Haupttypen von Cholesterin in unserem Körper: Die erste Art sind die oben erwähnten Low-Density-Lipoproteine (LDL), die im Blut zirkulieren und sich bei erhöhten Mengen in den Blutgefäßen ablagern und das Risiko für Atherosklerose und schließlich auch für einen Herzinfarkt erhöhen 3. Man spricht auch vom sogenannten „schlechten“ Cholesterin. Im Gegensatz dazu gibt es auch „gutes“ Cholesterin, das sogenannte High-Density-Lipoprotein-Cholesterin (HDL), das das Cholesterin zur Leber transportiert, wo es verstoffwechselt wird 4. Wie im gesunden menschlichen Körper üblich, besteht ein Gleichgewicht zwischen diesen beiden Cholesterinarten, und eine Verschiebung dieses Gleichgewichts zugunsten des LDL-Cholesterins kann langfristig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.

Der Anstieg der LDL-Cholesterinkonzentration im Blut erfolgt bei regelmäßigem Verzehr von Lebensmitteln, die reich an ungesunden gesättigten Fetten (frittierte Fastfood-Produkte, verarbeitete Lebensmittel und Lebensmittel zum Mitnehmen) sowie an sogenannten Transfetten sind, begleitet von einer geringen Aufnahme von eiweiß- und ballaststoffhaltigen Lebensmitteln 5. Daneben gibt es einige genetisch bedingte Störungen des Cholesterinstoffwechsels.

Mangel an regelmäßiger Bewegung

Der nächste wichtige Faktor, der zum Anstieg der LDL-Konzentration beiträgt, ist der Mangel an regelmäßiger Bewegung. In mehreren Studien wird körperliche Betätigung zur Senkung des LDL empfohlen1 2 6 7. Diese Studien umfassten unterschiedliche Arten von Übungen, doch der wichtigste Faktor, der die Wirksamkeit des Trainings beeinflusste, war eher die Häufigkeit als die spezifische Art. Die Studien zeigten, dass ein regelmäßiges Training von mindestens 3 Einheiten pro Woche zu einer signifikanten Verbesserung des Cholesterinspiegels im Körper führt 1.

Betrachtet man das Ausmaß und die Prävalenz von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, so wäre ein bevölkerungsbezogener Gesundheitsansatz – „Vorbeugen ist besser als Heilen“ – der beste Weg für die Gesundheitseinrichtungen 7. Nach Angaben des RKI sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache in Deutschland und verursachen insgesamt etwa 40 % aller Todesfälle 8. Darüber hinaus sind sie mit erheblichen gesundheitlichen Folgen für den Einzelnen verbunden und führen zu hohen medizinischen Kosten für die Gesellschaft. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, entfielen auf diese Gruppe von Krankheiten rund 13,7 % der gesamten Krankheitskosten in Höhe von 338,2 Milliarden Euro 9. Die wichtigsten Risikofaktoren für die Entwicklung solcher Krankheiten werden durch gesundheitsbewusstes Verhalten beeinflusst, und daher haben Änderungen des Lebensstils ein großes Potenzial, die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verhindern 7.

In Anbetracht all dieser Faktoren sowie der klinisch erwiesenen positiven Auswirkungen regelmäßiger körperlicher Betätigung auf die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wäre die Förderung körperlicher Aktivität als prophylaktische Maßnahme gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen für das Gesundheitssystem äußerst vorteilhaft. Dadurch würden die Behandlungskosten und die Kosten für Dienstleistungen, die das private und öffentlich finanzierte Gesundheitssystem belasten, gesenkt.

Quellen:

  1. https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fcvm.2018.00135/full
  2. https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fcvm.2019.00069/full
  3. https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/arteriosclerosis-atherosclerosis/symptoms-causes/syc-20350569
  4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6481017/
  5. https://www.verywellhealth.com/what-causes-high-ldl-bad-cholesterol-5185421
  6. https://www.ahajournals.org/doi/full/10.1161/01.CIR.0000048890.59383.8D
  7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2716237/
  8. https://www.rki.de/EN/Content/Health_Monitoring/Main_Topics/Chronic_Disease/Cardiovascular_Disease/cardiovascular_disease_node.html
  9. https://www.destatis.de/EN/Press/2017/09/PE17_347_236.html;jsessionid=5C18500255C79D029CE78989140C72DB.live741

Bild: William Choquette, Pexels

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