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Über die Frage, ob vegane Ernährung wirklich gesund ist und was bei einem Wechsel zu veganer Ernährung beachtet werden sollte. 
Was vor 10 Jahren noch ein skeptisch betrachteter Trend war, ist heute eine ernst zu nehmende Lebenseinstellung: der Veganismus. Kaum jemand kann sich mittlerweile den Nachrichten über Massentierhaltung, Welthunger, Umweltkatastrophen und Zivilisationskrankheiten entziehen. Gründe, warum in der Gesellschaft nach und nach ein Umdenken dahin gehend stattfindet, ob die eigene bisherige Lebensweise noch vertretbar ist. Die Ernährungsweise spielt dabei unter anderem eine entscheidende Rolle, da sie jeder einzelne mitbeeinflussen kann. Nicht zuletzt hat die Corona-Pandemie einen maßgeblichen Beitrag zu ansteigenden Zahlen der Veganer weltweit, beigetragen.  

Vegane Produkte auf dem Vormarsch 

Aufgrund der steigenden Nachfrage, hat die Produktion veganer Produkte in den letzten Jahren rasant zugenommen. Immer mehr Hersteller entscheiden sich, vegane Alternativprodukte anzubieten und neue Hersteller bringen komplett vegane Produktpaletten auf den Markt. Es gibt fast nichts, was es nicht gibt. Von Käse- und Wurstalternativen, über pflanzliche Steaks und Nuggets, bis hin zu pflanzlichem Ei und Fisch. Aber auch alternative Milch- und Milchprodukte stehen den Kuhmilchprodukten in Nichts nach. Die Auswahl ist riesig. Deutschland lag, laut der Mintel Global New Produkts Database (GNPD), 2018 mit 15% veganer Produkte auf Platz 1 aller Länder, Tendenz steigend. 

Gute Gründe für eine vegane Ernährung

Es gibt reichlich Gründe sich mit dem Thema vegane Ernährung auseinanderzusetzen. Für Viele ist oftmals das Tierwohl der ausschlaggebende Punkt, sich vorwiegend pflanzlich zu ernähren. Nicht zuletzt, weil namhafte Organisation immer mehr über die Umstände in deutschen Ställen berichten. Bei der konventionellen Tierhaltung leben Tiere teils ihr ganzes kurzes Leben auf Betonboden oder in Kastenständen, in denen sie sich nicht richtig hinlegen können. Sie werden zu unserem geschmacklichen Genuss ausgenutzt und gequält. Ein Zustand, den viele Menschen nicht mehr mit ihrem Gewissen vereinbaren möchten.  Das ist übrigens auch sicher einer der Gründe, warum sich viele Yogis vegan ernähren, denn hier deckt sich eine Kernphilosophie.

Auch die Gesundheit spielt eine zentrale Rolle bei der Lebensmittelauswahl. So sind laut Robert Koch-Institut 67 % der Männer und 53 % der Frauen in Deutschland übergewichtig, davon knapp ein Viertel stark übergewichtig, also adipös. Grund dafür ist eine vorwiegend einseitige, fettreiche und nährstoffarme Ernährungsweise, die durch verarbeitete Produkte und Fast Food, sowie Rauch- und Alkoholkonsum, gefördert wird. Übergewicht kann die Grundlage für Erkrankungen wie Diabetes Mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atherosklerose und das metabolische Syndrom bilden. Diese Krankheiten sind meist der Nährboden für die in Deutschland häufigsten Todesursachen Schlaganfall, Krebs und Herzinfarkt. Man kann das Risiko für diese Erkrankung mit einer vollwertig pflanzlichen Ernährung erheblich senken.  

Nicht zuletzt spielen ökologische und ethische Aspekte eine gewichtige Rolle als Grund für die vegane Ernährung. Wer viel Fleisch isst, unterstützt den Welthunger und die starke Umweltbelastung. Entwicklungsländer leiden stark unter der Massenproduktion tierischer Produkte, denn dort, wo ihre pflanzlichen Nahrungsmittel angebaut werden könnten, wird Futter für die Tiere in der Massentierhaltung angebaut. Hinzu kommt der enorme Verbrauch natürlicher Ressourcen und die Umweltbelastung durch Überdüngung, tierische Ausscheidungen und Treibhaus-Emissionen.  

Es gibt also genug gravierende Gründe, tierische Lebensmittel vom Speiseplan zu streichen und stattdessen mehr pflanzliche zu integrieren.  

Ist vegane Ernährung mehr Schein als Sein? 

Doch ist vegane Ernährung nun gesünder als die herkömmliche Mischkost? Grundsätzlich gilt: Wer sich vegan ernähren möchte, sollte sich ausführlich mit dem Thema auseinandersetzen. Natürlich ist es einfach, zunächst auf vegane Ersatzprodukte, wie pflanzliches Fleisch, Käse und Milch umzusteigen. Jedoch sollte ein bewusster Konsum umgesetzt werden, denn Ersatzprodukte sind zum Teil stark verarbeitet und beinhalten eine Vielzahl von unnatürlichen Zusatzstoffen, Zucker und Salz. Sie sollten also in Maßen in den Speiseplan integriert werden. Stattdessen lohnt es, sich intensiv mit einer veganen vollwertigen Ernährung zu beschäftigt. Was sind gesunde Quellen für Kohlenhydrate, Eiweiß und Fette und wie kann ich Burger-Patty, veganes „Hack“ oder Falafel selbst herstellen? So spart man sich nicht nur unerwünschte Zutaten, sondern auch eine Menge Geld. Denn viele vegane Ersatzprodukte sind immer noch teurer als das vergleichbare tierische Produkt.   

Fazit 

Wer mit dem Gedanken spielt weniger Fleisch- und Milchprodukte und Eier zu konsumieren, der sollte von Beginn an gut informiert sein, welche alternativen Quellen für essenzielle Nährstoffe, gesund und vollwertig sind. Wem es schwerfällt tierische Produkte aus dem Speiseplan zu streichen, kann teils auf pflanzliche Alternativprodukte ausweichen, dies sollte jedoch nur einen kleinen Anteil der Ernährung ausmachen. Stattdessen lohnt sich das Ausprobieren neuer Rezepte und die Eigenherstellung von alternativen Gerichten. Auf diese Weise ist die vegane Ernährung gesund und bringt eine Menge gesundheitliche, ethische und ökologische Vorteile mit sich. Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, trägt maßgeblich zur eigenen Gesundheit, dem Tierwohl, dem Umweltschutz und der Reduktion des Welthungers, bei. 

Quellen: RKI – Startseite , Statista – The Statistics Portal for Market Data, Market Research and Market Studies , GNPD – Globale Neuproduktdatenbank, Beobachtung von neuen Produkttrends und Innovationen 

Bild: iStock ID:1130112004