Gesundheitsrisiken im Gaming

Eine Langzeitstudie der Deutschen Sporthochschule Köln und der AOK Rheinland/Hamburg hat ergeben, dass Videospielerinnen und -spieler im Jahr 2023 durchschnittlich über 10 Stunden täglich sitzen, ein Anstieg von 7,5 Stunden in den Jahren 2019/2020. Die Studie, die seit 2018 jährlich durchgeführt wird, hat auch positive Aspekte hervorgebracht: 54 Prozent der Befragten erreichen trotz der langen Sitzzeiten die von der WHO empfohlenen 150 Minuten körperlicher Aktivität pro Woche.

Auch mentale Gesundheit in Gefahr

„Es ist ermutigend, dass viele Gamer die WHO-Richtlinien erfüllen, aber es gibt Raum für Verbesserung“, sagt Chuck Tholl, Projektleiter des E-Sport Projekts an der Deutschen Sporthochschule. Im Jahr 2020 hatten noch 80 Prozent der Befragten angegeben, die WHO-Empfehlung zu erfüllen.
Sabine Deutscher, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg, betont die Notwendigkeit gezielter Programme: „Wir müssen junge Menschen im E-Sport und beim Gaming begleiten und ihre körperliche, mentale und soziale Gesundheit fördern.“
Die Studie hat auch das allgemeine Wohlbefinden der Gamer untersucht. Der Durchschnittswert für die mentale Gesundheit ist von 60 Punkten im Jahr 2022 auf 55 Punkte im Jahr 2023 gesunken. „Dieser Trend ist alarmierend und erfordert weitere Untersuchungen“, sagt Tholl.
Bewegungsmangel ist ein gesellschaftliches Problem

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes zeigt, dass der Bewegungsmangel nicht nur Gamer betrifft. „Dies ist ein dringendes gesellschaftliches Problem, das aktive Unterstützung und Sensibilisierung erfordert“, sagt Sabine Deutscher.
Die Studie und die Umfrage werfen ein Schlaglicht auf die Bedeutung von Bewegung und Gesundheit in unserer digitalen Gesellschaft. Sie fordern zu konkreten, wissenschaftlich fundierten Maßnahmen auf, um die Gesundheitsrisiken, die mit langen Sitzzeiten und mangelnder körperlicher Aktivität verbunden sind, zu minimieren.

Quelle: DSHS

Fibo

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