Erstes Primärversorgungszentrum feiert in Duisburg Richtfest

Das Richtfest des ersten deutschen Primärversorgungszentrums am 1. August in Duisburg-Röttgersbach markierte einen wichtigen Meilenstein in der innerstädtischen Gesundheitsversorgung der Zukunft. Die Bedeutung des Ereignisses wurde durch die Anwesenheit und die Reden von hochkarätigen Vertretern der Stadt Duisburg, darunter OB Sören Link und Professor Dr. Rasmus C. Beck von Duisburg Business & Innovation, unterstrichen.

Gesundheitsministerium legt Versorgungsgesetz zur Abstimmung vor

Den Initiatoren, Dr. Uwe Heinen und Christina Roth, war die Begeisterung deutlich anzusehen, als sie das anspruchsvolle Projekt, unterstützt durch Computeranimationen, im Detail vorstellten.  Das dreigeschossige, L-förmige Gebäude, entworfen vom Wuppertaler Architekturbüro Schaarschmidt, ist eine Symbiose aus Funktionalität und ansprechender Architektur. Es berücksichtigt künftige klimatische, ökologische und pandemiebedingte Anforderungen. Mit einer Nutzfläche von rund 5.000 qm erfüllt das Zentrum höchste Energieeffizienz-Standards, unterstützt durch ein Biogas-Blockheizkraftwerk und eine Photovoltaik-Anlage. Die 54 Parkplätze, darunter 39 in der Tiefgarage, sind mit E-Ladestationen ausgestattet, während die Außenanlage und Dachbegrünung für ökologische Nachhaltigkeit sorgen.

Das Zentrum setzt auf modernste Technik und Digitalisierung. Bereits am Eingang sorgt eine automatische Temperaturmessung dafür, dass infektiöse Patienten schnell identifiziert werden können. Die Luftqualität wird ständig überwacht, und bei hohem CO₂-Gehalt wird automatisch Frischluft zugeführt. Eine Filteranlage eliminiert bis zu 90 % der Keime.
Die VITALUM Card und App bieten Patienten eine Vielzahl kontaktloser Dienste, von Terminvereinbarungen bis zum Austausch von Gesundheitsdaten. Die Abläufe in der physiotherapeutischen Praxis sind so organisiert, dass sich die dort arbeitenden Menschen auf die Kernarbeit am und mit dem Patienten konzentrieren können. Alles andere, z. B. klassische Massagetechniken, übernimmt moderne KI und Robotik.

Das Erdgeschoss beherbergt eine Walk-In-Praxis, eine Praxis für physikalische Therapie, medizinische Fußpflege und die VITALUM Apotheke. Das erste Obergeschoss wird zur Drehscheibe des Medizinischen Versorgungszentrums „MVZ Hausarzt und mehr“, das seit 2011 besteht und bald um weitere Fachbereiche, u.a. eine Geriatrie, erweitert wird. Im zweiten Obergeschoss befinden sich barrierefreie Wohnungen. Damit erfüllt das Zentrum bereits jetzt die Rahmenbedingungen, die durch das aktuell in Abstimmung befindliche Versorgungsgesetz für solche Einrichtungen festgelegt werden sollen.

Abgesehen von den Feierlichkeiten bot das Richtfest auch eine Gelegenheit, die Vision und den Anspruch des Projekts zu verdeutlichen. Es steht für eine neue Ära der Gesundheitsversorgung. Anders als bei herkömmlichen „Ärztehäusern“ sind in einem Primärversorgungszentrum alle Bereiche aufeinander abgestimmt.
Jetzt soll es deutschlandweit weitergehen. Das machten auch die Verantwortlichen an diesem Tag deutlich: Duisburg soll nur der Startschuss gewesen sein. Zahlreiche weitere Versorgungszentren sollen folgen.

Fibo

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