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BCAA oder EAA? Das ist eine ziemlich moderne Frage, denn in den Anfängen der Sportnährstoffkonzentrate gab es weder das eine noch das andere. Man nahm einfach reichlich proteinhaltige Nahrung zu sich, ergänzte das um ebenso großzügig bemessene Portionen Proteinpulver und fertig. Die ersten freien Aminosäuren waren eigentlich für medizinische Zwecke gedacht, z. B. bei orthopädischen Beschwerden.

Intensives Krafttraining

Doch die Industrie wuchs schnell und mit ihr die Möglichkeiten, die Aminosäuren, an denen, z. B. durch ein intensives Krafttraining oder durch eine Erkrankung ausgelöst, ein besonderer Bedarf besteht, genießbar herzustellen. Schon bald bereicherten die neuen Produkte das Angebot. BCAA (branched chain amino acids) gehörten zu den ersten Spezialprodukten. Die verzweigtkettigen Aminosäuren – Leucin, Interleucin und Valin – nehmen beim Aufbau neuen Muskelgewebes eine Sonderstellung ein. Mehr als ein Drittel der Skelettmuskulatur besteht aus diesen drei Aminosäuren. Sie sollen nicht nur die Aufbauvorgänge fördern, sondern auch den Muskel vor abbauenden Vorgängen schützen. Normalerweise greift der Körper zur Energiegewinnung selbst bei ausreichender Versorgung mit Glykogen auf Aminosäuren aus der Muskulatur zurück. Eine zusätzliche Gabe BCAA soll das verhindern können.

Auch für das Immunsystem

Mindestens 1 g Protein pro kg Körpergewicht sollte man im Laufe des Tages zu sich nehmen. So ist sichergestellt, dass ausreichende Mengen für die Abläufe im Körper bereitstehen, bei denen Protein, bzw. dessen Bausteine, die Aminosäuren, benötigt werden. Ein dankbarer Abnehmer ist nicht nur die Muskulatur, sondern jede Körperzelle. Auch für das Immunsystem spielt eine ausreichende Zufuhr eine wichtige Rolle. Wer intensive Trainingsphasen regelmäßig mit einer Erkältung „bezahlt“, sollte sich seine Aminosäureversorgung auf jeden Fall einmal genauer ansehen.

Allerdings es gibt Unterschiede in der Bedeutung der einzelnen Aminosäuren. Einige kann der Körper selbst synthetisieren. Doch bei acht Aminosäuren gelingt ihm das nicht. Diese essenziellen Aminosäuren, kurz EAA, müssen über die Nahrung zugeführt werden. Das sind: Methionin, Valin, Leucin, Isoleucin, Lysin, Phenylalanin, Threonin und Tryptophan. Da tauchen also auch die BCAA wieder auf. Kann man sich die BCAA also sparen? Die Antwort hängt wie so oft von den Umständen ab. Vor intensiven Trainingseinheiten kann es durchaus Sinn machen, auch bei einer ausreichenden Proteinversorgung zusätzlich mit BCAA zu ergänzen. EAA machen vor allem in besonderen Lebensphasen Sinn, z. B. während einer Diät. Wenn man sich nicht sicher ist, ob der Körper tatsächlich alles bekommt, was er trotz reduzierter Energiezufuhr zum Erhalt des Muskelgewebes benötigt, können EAA eine eventuelle Lücke schließen.